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Verlustängste – Warum „Scared Money“ niemals Geld verdienen kann!

Scared Money - Verlustängste – Warum „Scared Money“ niemals Geld verdienen kann!

Verlustängste, ein Begriff der auf 90% aller Trader zutrifft.



Du kennst doch bestimmt die Mutter aller Trading-regeln?

Riskiere niemals mehr wie 1% deines Kapitals in einem Trade. Diese Trading-regel wird befolgt wie das Amen in der Kirche. Möglichst wenig riskieren aber ganz fette Gewinne einstreichen, so die Theorie!

Viele von den heutigen Tradern schwören auf diese Regel und eine Verletzung dieser wird sofort mit einem "Bashing" bestraft. "Anfänger", "Spieler", "Kann nicht funktionieren" und und und...

Ich weiß nicht wie viele Trader ich mittlerweile kenne die auf die 1% Regel schwören. Besonders die Daytradingszene ist stark davon betroffen!

Hierfür ein kleines Beispiel am beliebtesten "Trading-Index" der deutschsprachigen Daytradingszene, dem DAX:

Nehmen wir mal an du willst den Dax traden und hast ein striktes Risikomodell. Du riskierst maximal 1% deines Tradingkapitals in einem Trade.

Wenn du am Anfang mit 10.000€ handelst kannst du zum Beispiel 10 CFDs (1 CFD = 1€ pro Punkt) traden. 

10Punkte = 100€ Verlust (1% von 10.000€) bei 10 CFDs

Dein Broker verdient bei Trade-Eröffnung sofort 10€ (1 Punkt Spread bei den meisten Brokern).

Du startest also mit 1 Punkt minus in den Trade, was bei 5 Trades am Tag schon 5 Punkte Gewinn pro Tag erfordert um überhaupt Break-Even zu sein. Du musst deinem Broker also schon mal 50€ jeden Tag bezahlen. 

Hochgerechnet auf einen ganzen Monat, musst du also in unserem Beispiel

25Punkte x 4 (Wochen) = 100 Daxpunkte erwirtschaften um überhaupt Break-even zu sein.

Das sind schon mal 1000€ für den Broker die du erst verdienen müsst (10% vom Kapital).

Ein sehr gutes Geschäft für den Broker. Du gehst ständig neue Trades ein und verlierst kontinuierlich dein Geld und deine wertvolle Zeit. 

Realistische Renditen beziffern wir mit 10-40% im Jahr. Es gibt Jahre wo es besser läuft, aber langfristig wird man immer zwischen 10-40% liegen, lass dir nichts anderes einreden.

Man muss also schon richtig gut sein um in die Gewinnzone zu kommen, nicht wahr?

Gehen wir nun davon aus, dass du ein erfolgreiches Jahr hattest und du schaffst es wirklich 40% Rendite zu erwirtschaften - ein starkes Jahresergebnis mit 4.000€ Gewinn! 

Es tut mir Leid, aber ich muss hier schon wieder unangenehme Fragen stellen:

  • Wieviele Stunden bist du dafür vor dem Computer gesessen?
  • Wie belastend war dieses Jahr für deine Psyche?
  • Hättest du in der Zwischenzeit nicht viel produktiver sein können, mehr erreichen können?
  • Hast du schon an die Abgeltungssteuer gedacht?


Ich kenne höchstens 2-3 Daytrader die mit dieser Art von Trading solides Geld verdienen oder geschweige denn davon Leben kann aber trotzdem sind die Leute felsenfest davon überzeugt das dies "the way to go" ist


Truth about Trading


Die 1%-Regel ist also genau für diese 90% der Daytrader der schlimmste Fehler, weil 90% der Leute kein Geld für den Handel haben. Bei Swingtradern und Investoren sieht die Sache wiederum ganz anders aus. Sie verlieren im schlimmsten Fall nur Ihr Geld, aber nicht Ihre Zeit!

Das mag jetzt vielleicht für dich sehr schmerzhaft sein, aber die meisten Daytrader haben einfach kein Geld um aktiv an den Märkten handeln zu können. Es wäre also für 90% der angehenden Daytrader das beste wenn sie damit erst gar nicht anfangen würden.

Sie sind das sogenannte "Scared Money". Der Traum aus den letzten 10.000€ ein Vermögen von mehr als 100.000€ zu machen ist sehr verlockend und sehr viele Leute laufen diesem Traum solange hinterher, bis sie endgültig pleite sind und die harte Realität sie eingeholt hat. Die Renditevorstellungen dieser Trader ist hoffnungslos vernebelt. Sie wollen möglichst wenig riskieren, aber große Gewinne machen und da kommen die Marketingstrategien der Broker mit Ihren genialen "Trading Cheerleadern" passend ins Spiel.

Scared Money ist nichts anderes wie das sogenannte "Dump Money". Geld das in Taschen erfolgreicher Händler oder Broker fließt. Die Verlierer im Nullsummenspiel!

Geh mal bitte ein bisschen tiefer in dich hinein und stelle dir die ehrliche Frage: "Kann man mit ein bisschen Chart analysieren und 1% Risiko-Kontrolle sein Geld verzehnfachen oder gar reich werden?"

Ich kann dir die Frage mit einem ganz klaren NEIN beantworten.

Das sagt mir nichts anderes wie "Ja ich möchte ohne viel Risiko sehr viel Geld verdienen". Das ist ein kompletter Widerspruch in sich! Es ist schlicht weg nicht möglich, mathematisch bedingt. 

Verabschiede dich vom Glauben aus 10.000€ mit der 1% Regel auf 100.000€ zu kommen. Du verschwendest dein kostbarstes Gut -> Deine Zeit. Du wirst niemals mit einem 10.000€ Konto vom Trading leben können oder es schaffen das Konto "hoch zu handeln" ohne dementsprechendes Risiko! 

Hier läuft buchstäblich das Prinzip vom gekochten Frosch ab. Du tradest so lange mit 1% Risiko bis nurmehr 50-70% des Kapitals vorhanden sind um anschließend den "letzten" Trade mit viel Risiko zu machen (meistens sehr emotional und somit immer falsch). Oder noch viel schlimmer - du sitzt monatelang für nichts vor dem Rechner und jagst weiter deiner Illusion hinterher.

Wenn du viel Geld verdienen willst, musst du auch viel Risiko nehmen - dieses Gesetz wird sich nie ändern! Und da darfst du nicht "Scared Money" sein, sondern kontrolliert hohes Risiko nehmen, aber bitte nicht im Daytrading!


Die Frage die sich nun stellt ist: Wie gehöre ich zum "Smart Money"? 

Hier ein paar kleine aber wichtige Ansätze.

  • Hör sofort mit dem DayTrading auf! Jedes Pokerspiel ist ein besseres Geschäft! Wir werden noch viele Blogposts über das Daytrading Märchen posten - Das ist ein Versprechen und es wird dir die Augen öffnen!
  • Nimm einen Betrag den du im schlimmsten Fall komplett verlieren kannst und investiere nur wo du wirklich Ahnung davon hast. Anschließend gelten die Grundgesetze der Börse -> Kaufen und liegen lassen! Hohe Profite erfordern Geduld und Sitzfleisch - das wichtigste Börsengesetz überhaupt.
  • Drück nicht viel in deiner Tradingplattform herum. Weniger ist eindeutig mehr, die Performance eines erfolgreichen Swingtraders oder Investors wirst du als Daytrader niemals schlagen können, auch wenn viele Gurus was anderes behaupten! Ich kenne keinen einzigen Daytrader der langfristig (=über Jahre) gutes Geld verdient.


Wer auf der Börse erfolgreich sein will, muss definitiv die Angst vor dem Verlieren ablegen und Positionen halten können. Dann bist du schon besser wie 90% aller anderen!


Wie ist deine Erfahrung mit dem Thema "Scared Money"? Hast du schon öfter versucht ein Konto unter 10.000€ mit der 1% Regel hoch zu handeln?


Beste Grüße und erfolgreiche Woche,

Benjamin Deutsch

CEO, TradingForProfits.com



Risikohinweis: Die von TradingForProfits.com veröffentlichen Analysen und Inhalte können nicht nur mit Gewinnen, sondern auch mit Verlusten einhergehen, selbst wenn sie gemäß einer Empfehlung eingesetzt werden. Insbesondere der Handel mit Hebelprodukten (u.a. Devisen, Derivaten und Rohstoffen) kann spekulativ sein, und Gewinne und Verluste können variieren.


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