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Börsenpsychologie und antizyklisches Handeln!

Börsenpsychologie

Antizyklisches Handeln erfordert Nerven aus Stahl!


Kennst du das Gefühl wenn du gerade eine Aktie gekauft hast und sofort nach der Eröffnung der Position rauscht der Kurs in die Tiefe? Oder vielleicht bist du ein Daytrader, machst 3-5 Trades pro Tag und alle Trades laufen in den Verlust und du verstehst die Welt nicht mehr? Ein letztes aber schönes Beispiel sind die so genannten "Stopfishing" Tage. Ich möchte dir hier ein kleines Beispiel dazu geben: 

Du kaufst zum Beispiel mehrere Kontrakte vom Eur/Usd zu 1,1740 - setzt deinen Stop laut Markttechnik bei 1,168. Dein Kursziel hast du mit 1,1880 bestimmt. So weit so gut! Der Markt steigt direkt nach deinem Einstieg über 1,18 und nähert sich deinem Kursziel. Du fühlst dich bestätigt und überlegst dir schon was du mit dem neu gewonnen Geld kaufen wirst (Achtung: Ironie).

Leider kommt eine Nachricht über den Ticker das Herr Draghi noch mehr Geld drucken will und der Euro rauscht zu deinem Entsetzen in die Tiefe - genau bis 1,167 - um deinen Stop abzuholen. Anschließend schießt der Markt wieder nach oben und erreicht deine Zielmarke. Was glaubst du wie viele Leute hier und jetzt die Nerven verlieren und eventuell Ihre Tastatur mit Maus aus dem Fenster schmeißen? Wer hat hier Nerven aus Stahl? Glaube mir, die Börse kann unglaublich hart zu einem sein.

Was lernen wir aus den oben genannten Beispielen ? Die Reaktion eines Traders/Investors, wie er auf eine unerwartete Marktbewegung reagiert, hängt maßgeblich von seinem Erfolg ab! Besonders antizyklische Trader/Investoren erleben diese Situationen, wo eben noch nicht "alles klar" ist. Wenn die Sachlage für die Mehrheit der Trader klar wird, sind sie bereits gelaufen und der antizyklische Händler hat seine Stücke bereits verkauft!

Passend dazu ein wunderschöner Chart der das typische Verhalten eines Traders/Investors wiederspiegelt.

Börsenpsychologie

Chart by mrmoneymustache.com

Jeder Börsenboom oder Börsencrash erlebt in der Regel 3 Phasen. Diese Regel der 3 Phasen findest du in allen gängigen Märkten und Analysemethoden wieder. Ich gebe euch ein Beispiel für einen angehenden Bullenmarkt:

Phase 1 - Die Depression

Der klassische Anleger denkt nicht einmal daran zu kaufen. Die Stimmung ist extrem negativ und die Medien beschwören den Untergang des Finanzsystems hoch. Der Markt fällt seit Monaten auf neue Tiefstände. Angst und Panik regieren und ein klares Denken ist schier unmöglich, schließlich haben viele bereits massive Verluste erlitten und wollen von der Börse nichts mehr wissen. Die Profis nutzen diese Marktphasen für die Akkumulierung von Aktien und sonstigen Finanzprodukten. In der Theorie so einfach, in der Praxis so verdammt schwer umzusetzen. 

Hier erreichen wir nun bestens das eigentliche Thema dieses Artikels - die Antizyklik! 

Erfahrene Börsianer kaufen wenn die Kanonen donnern und erwischen in der Regel auch nie das Tief. Meistens verliert man weitere 10-20% seines Kapitals und genau HIER kommt es darauf an nicht die Nerven zu verlieren. Nerven aus Stahl sind gefragt! Passend zu dieser Marktphase ein Artikel über die aktuelle Marktlage in den Rohstoffen!

Phase 2 - Zweifel/Hoffnung/Optimismus

Typische Anleger/Trader/Investoren kaufen hier immer noch nicht. Die Wunden des letzten Bärenmarktes sind noch zu groß und es wird weiterhin nur beobachtet anstatt zu Handeln. Die erfahrenen Profis nützen jeden Rücksetzer zum Kauf und der Markt läuft langsam und stetig bei geringen Volumen nach oben. Die breite Masse bleibt skeptisch und wird erst wieder hellhörig wenn das Orchester der Medien wieder auf Touren kommt! In dieser Phase ist der Markt bereits wieder weit gelaufen und nun kommen die vermeintlichen Schnäppchenjäger aus Ihren Löchern. Es wird auf eine Korrektur gewartet, die leider nicht mehr kommen wird. Der Markt steigt immer steiler und Korrekturen werden seltener - die Börse steht kurz vor dem "Boom".

Phase 3 - Übertriebener Optimismus/Euphorie/Das neue Paradigma

Das mediale Orchester erreicht seinen Höhepunkt, die fundamentale Lage ist ausgezeichnet und wird mit sehr guten Wirtschaftsdaten untermauert. Der Optimismus spiegelt sich nun im Preis wieder und die Kurse erreichen fast täglich neue Höchststände. Die Stimmung wird immer ausgelassener und es steigen immer mehr Anleger in den Markt ein um schnelles Geld zu verdienen. Selbst Leute die noch nie etwas mit Aktien zutun hatten, wittern jetzt Ihre große Chance um schnell reich zu werden. In dieser finalen Phase des Marktes steigen die Umsätze massiv an und die Profis laden alle Aktien schnellstmöglich ab. Die breite Masse glaubt das nun alle vergangenen Probleme überwunden sind und dank neuer Technologien oder neuen Methoden seitens der Zentralbanken eine Baisse quasi unmöglich wird (="This time is different).


Diese 3 Phasen laufen wie ein Theaterstück in steigenden sowie fallenden Märkten regelkonform und immer wiederkehrend ab. Es hat sich nie geändert und es wird sich auch nie ändern!

Die Kunst eines Anlegers/Traders/Investors ist es herauszufinden in welcher Phase sich der Markt gerade befindet. Es gibt hierfür keinerlei Rezepte oder Vorlagen - es zählt alleine die Erfahrung und der gesunde Hausverstand!

Versuche immer antizyklisch zu handeln und entwickle Nerven aus Stahl - Es ist der einzige Weg um langfristig wirklich hervorragende Ergebnisse zu erzielen! Börsenpsychologie macht 80% des Erfolges aus!


Habt Ihr passend zum Thema antizyklischem Handeln schon Erfahrungen gemacht? Habt ihr auch schon mal eine Aktie am absoluten Top gekauft und am Tief verkauft? 


Beste Grüße und erfolgreiche Woche,

Benjamin Deutsch

CEO, TradingForProfits.com


Risikohinweis: Die von TradingForProfits.com veröffentlichen Analysen und Inhalte können nicht nur mit Gewinnen, sondern auch mit Verlusten einhergehen, selbst wenn sie gemäß einer Empfehlung eingesetzt werden. Insbesondere der Handel mit Hebelprodukten (u.a. Devisen, Derivaten und Rohstoffen) kann spekulativ sein, und Gewinne und Verluste können variieren.


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